Todesstrafe in der DDR


Erst 1987 wurde in der DDR die Todesstrafe abgeschafft.

 Bis zu ihrer Abschaffung wurden 211 Verurteilte hingerichtet.

Verankert war die Todesstrafe im Strafgesetzbuch der DDR im Paragraph 60 Absatz 1

 Zum Tode verurteilt werden konnten: Mörder, NS-Kriegsverbrecher, Hochverräter, Spione, Kriegshetzer und Saboteure.

Das letzte Wort zur Hinrichtung hatten das Politbüro bzw. der Generalsekretär der SED; anfangs Walter Ulbricht und danach Erich Honecker.

Einer  Begnadigung bzw. Umwandlung der Strafe wurde nie stattgegeben.

Für die Führung der DDR war es immer wichtig, dass die Hinrichtungen Geheim durchgeführt wurden und im Totenschein ein natürlicher Tod (z. B. Herzinfarkt) eingetragen war.

Die Hingerichteten wurden verbrannt oder in anonymen Gräbern verscharrt.

Bis 1968 wurden die Hinrichtungen, durch die Guillotine, in Dresden durchgeführt, doch nach zahlreichen Zwischenfällen, wenn z. B. das Schwert nicht den Kopf abtrennte sondern in der Schulter steckte oder das Schwert, trotz auslösen, verklemmte, entschied man sich 1968 die Verurteilten durch einen Nahschuss in den Hinterkopf zu töten.

In diesem Jahr wurde auch die  zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in der Arndstrasse 48 in Leipzig eingerichtet. Hier befand sich der Hintereingang der Strafvollzugsanstalt Leipzig. Gleich hinter der Flügeltür befand sich die ehemalige Hausmeisterwohnung, die man umfunktioniert hatte. 

Von 1968 bis 1981 führte der Abteilungsleiter der Strafvollzugsanstalt Leipzig, Hermann Lorenz, die Hinrichtungen als bestellter Henker durch. 

Nachdem die Häftlinge das Zimmer betraten stand Lorenz mit seiner Pistole, Walther P38 mit Schalldämpfer, hinter der Tür und schoss den Verurteilten in den Hinterkopf. Nur zweimal musste ein anwesender Arzt Lorenz das Herz markieren, damit der Henker dann den zweiten, tödlichen, Schuss abgeben konnte. Die DDR-Führung sah es als human an wenn der Delinquent möglichst unerwartet durch den tödlichen Schuss hingerichtet wurde. Lorenz wollte nie den Grund des Todesurteiles erfahren und empfand auch später keine Reue dem Getöteten gegenüber.

Am 17.07.1987 wurde die Todesstrafe aus dem Gesetzbuch der DDR gestrichen.

Der Staatsrat der DDR entschied im Alleingang die Abschaffung des Paragraphen 60 Absatz 1. Grund war ein Besuch Honeckers in der Bundesrepublik Deutschland, hier wollte Honecker nicht mit leeren Händen kommen um dann um Kredite zu bitten.

Erst sechs Monate später bestätigte die Volkskammer die Entscheidung des Staatsrats.

Am 26.06.1981 starb der Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit Werner Teske als letzter zum Tode Verurteilter in der DDR.