Gesellschaftliches Leben in der DDR

 

In der ehemaligen DDR war alles auf den Sozialismus, den Staat, die Arbeit und die Familie ausgelegt.

Da es fast unmöglich war, als junger Mensch, eine eigene Wohnung zu bekommen, heirateten die meisten DDR-Bürger früh.

Nach der Trauung erhielten die Eheleute einen zinslosen Kredit von 2000,-- Ost-Mark, als Starthilfe.

Bei jedem Kind bekam man 1000,-- Ost-Mark und die Hälfte des Kredits wurde erlassen. Also hatten die jungen Paare zügig Kinder und eine Wohnung.

In den ersten fünf Monaten, nach der Geburt,  konnten die Mütter zu Hause bleiben und bekamen dafür auch eine Art „Erziehungsgeld.

Um das Kindergeld zu bekommen, waren die Eltern verpflichtet ihre Kinder bei den Vorsorgeuntersuchungen und Impfterminen vorzustellen.

Mehrfaches versäumen der Termine konnte eine Einbestellung über die Volkspolizei bedeuten.

Die medizinische Versorgung erfolgte in Polikliniken, so wie heute Ärztehäuser.

Nach fünf Monaten kamen die Kinder in die Krippe. Hier wurden sie, im Sinne des Staates, erzogen und versorgt.

Diese Erziehungsdiktatur sollte bis zur Ende der Schule den jungen Menschen begleiten.

Ab dem dritten Lebensjahr kamen die Kinder in den Kindergarten.

Oft waren sie aber auch von Montag bis Freitag im Hort und  nur am Wochenende bei den leiblichen Eltern, da diese erdenklich schlechte Arbeitszeiten hatten.

Es waren Erzieherinnen die die ersten Schritte der Kinder sahen und nicht die Eltern.

Für die Arbeiterkinder wurden aber auch Ferienlager, zum Teil von den Arbeitgebern der Eltern, angeboten und durchgeführt.

Auch hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Die Formung des jungen Menschen zum perfekten Sozialisten/Kommunisten wurde vorangetrieben.

Durch die Frühförderung der Kinder im Sport wurden viele zuerst in ihren Heimatorten bzw. größeren Städten maximal geformt und einige kamen danach in Kaderschmieden, wo sie weiter auf Erfolg gedrillt und zum Teil gedopt wurden, was zählte waren Siege und Medaillen.

Da die Kirche  in der DDR zwar respektiert aber nicht akzeptiert war, gab es mit 14 Jahren in der evangelischen Kirche die Konfirmation oder vom Staat aus organisiert die Jugendweihe. Auf der Jugendweihe wurden die Jugendlichen als mündige Bürger in der Gesellschaft aufgenommen.

Nach dem Gelöbnis für Staat und Partei wurde von Seiten der FDJ und des Staates an Glückwünsche und kleine Präsente  gedacht.

Sehr oft wurde das Buch „Sinn des Lebens“ an die Jugendlichen übergeben.

Wenn der öffentliche Teil der Jugendweihe beendet war, feierte man mit Familienangehörigen und Freunden weiter.

 

In der Berufswelt standen das Kollektiv und die Brigade an erster Stelle.

Hier konnte man sich zum Beispiel den Brigadeabenden nicht entziehen, an den man Karten-  oder andere Gesellschaftsspiele spielte.

Die Brigaden sorgten für ein enges soziales Netzwerk und verflochten so Arbeit und Privates. Oft traf sich das Kollektiv in der Freizeit.

Durch Parteibuch, gute Leistungen und Aktivitäten in der Brigade konnte man manchmal einen der heißbegehrten Ostsee Urlaubsplätze ergattern.

 

Der Wohnraum wurde in der DDR zugeteilt, einfach eine Wohnung suchen war nicht möglich.

In alten Häusern konnte es sein, dass in den großen Wohnungen ( mehrere Zimmer ) verschieden Leute in jedem Zimmer lebten.

Für die Bevölkerung gab es zwei Fernsehprogramme, DDR 1 und  DDR 2, hier wurde von Nachrichten über Unterhaltungsprogramme alles gezeigt.

Wer in Grenznähe zur Bundesrepublik wohnte konnte auch das Westfernsehen empfangen. Westfernsehen schauen war strengstens verboten und musste unter größter Geheimhaltung geschehen.

Nicht selten fragten Lehrer ihre Schüler ob zu Hause Westfernsehen geschaut wurde.

In Dresden konnte man nur die beiden DDR-Programme sehen.

So wurden die Menschen in und um Dresden nur von dem DDR-Regime informiert.

Da Dresden in einer Senke liegt wurde es auch Tal der Ahnungslosen genannt.

Telefone gab nur für wichtige Personen oder wenn man mehrere Jahre auf die Bearbeitung des Antrags wartete.

Wer einen Telefonanschluss besaß konnte sich sicher sein, dass die Stasi mithörte.

Besonders wenn man ein Gespräch in den Westen anmeldete, welches meistens erst nachts freigegeben wurde.

Aber auch alle Nachbarn, Freunde und Verwandte kamen nun öfter vorbei um zu telefonieren oder angerufen zu werden.

Natürlich wurden neben den Freizeiten der Brigaden auch andere Freizeitgestaltungen angeboten.

Bei allen Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten, sah es die DDR – Führung sehr gerne wenn man aktiv in der Gesellschaft Sport und Technik ( GST) war. Die GST würde man heute eine paramilitärische Einrichtung nennen.

Da die DDR einen Realexistierenden Sozialismus hatte  wurde der fünf Jahresplan aufgestellt. Nach dem fünf Jahresplan wurde die gesamte Produktion der DDR ausgelegt, dazu gehörte auch die Landwirtschaft, die zu Landwirtschaftlichen Produktions- Genossenschaften ( LPG) zusammengelegten Bauern  konnten so die Planung der Staatsführung umsetzen.

Aber durch diese Planung kam es auch zur Mangelwirtschaft, mal wurde nur Farbe produziert, mal nur Nägel aber nie konstant alles.

So war es normal, dass täglich lange Schlangen vor Geschäften standen.

Man stellte sich immer an, auch wenn man nicht wusste was gab; aber im Notfall konnte man ja tauschen.

Exklusive Güter wie Fernsehgeräte  waren extrem teuer. So kostete ein TV Gerät bis zu 6000,--  Ost-Mark.

Viele in der DDR hergestellte Produkte wurden exportiert, da die DDR die Devisen dringend benötigte.

Der Trabi hatte eine Wartezeit von ca. 10-15 Jahren, also bestellte man bereits nach der Geburt des Kindes einen Trabant .

Dafür wurde eine Bestellkarte ausgefüllt, die dann entsprechend abgegeben werden musste.

Wer viel Geld hatte oder Geld von der Westverwandschaft bekam, ging in den Intershop.

Hier gab es Westprodukte und exklusive DDR-Artikel., die so nicht erhältlich waren.

Der Staat förderte aber auch die Hilfe zur Selbsthilfe.

So wurden z. B.  Mietern in einer Mietskaserne Materialien zur Erhaltung bzw. Instandsetzung des Hauses zur Verfügung gestellt.

Voraussetzung war immer, dass die Materialien da waren bzw. gerade produziert wurden.

Durch einen fünf Jahresplan und den chaotischen Produktionen gab es oft Menschen die zwar zur Arbeitsstätte gingen aber nur wenig taten.

Trotzdem gab es in der DDR keine Arbeitslosen.

Jeder tat etwas für die  sozialistische Gesellschaft und die sozialistische Gesellschaft gab ihm etwas  zurück...

 

Die Einparteiendiktatur der SED

"Die Partei, die Partei, die hat immer Recht..."