Jungpioniere / Thälmannpioniere

 

Die herrschende SED der DDR überließ nichts den Zufall. So sollten schon Schulkinder für den Sozialismus geformt werden. Aus diesem Grunde gründete die Staatsführung der DDR die Pionierorganisation Ernst Thälmann am 13.Dezember 1948. Die Pionierorganisation war die Vorstufe für die FDJ und später für Mitglieder der SED. So gab es bis August 1990 die Einrichtungen.

Offiziell war die Mitgliedschaft bei den Jungpionieren freiwillig aber ohne Mitgliedschaft war ein schulischer Werdegang wie zum Beispiel Abitur kaum möglich. Alle sahen es als normal an bei den Pionieren zu sein. Dafür spricht, dass 1989 rund 98% aller Schulpflichtigen bei den Pionieren organisiert waren.

Die Pioniere unterschieden sich wie folgt:

Von der 1. – 3. Schulklasse also von 6 – 10 Lebensjahr zählten die Kinder zu dem Jungpionieren und trugen das blaue Halstuch.

Die Kinder bekamen mit dem Eintritt in die Pionierorganisationen eine Mitgliedskarte wo auch folgende „Gebote“ für Jungpioniere abgedruckt waren:

-       Wir die Jungpioniere lieben unsere Deutsche Demokratische Republik.

-       Wir Jungpioniere lieben unsere Eltern.

-       Wir Jungpioniere lieben den Frieden.

-       Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder.

-       Wir Jungpioniere lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert.

-       Wir Jungpioniere achten alle arbeitenden Menschen und helfen überall tüchtig mit.

-       Wir Jungpioniere sind gute Freunde und helfen einander.

-       Wir Jungpioniere singen und tanzen, spielen und basteln gern.

-       Wir Jungpioniere treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.

-       Wir Jungpioniere tragen mit stolz unser blaues Halstuch.

-       Wir bereiten uns darauf vor gute Thälmannpioniere zu werden.

 

Ab der 4. Klasse bis zur 7./8. Klasase wurde aus den Jungpionieren – Thälmannpioniere.                ( Ernst Thälmann, geb. am 16.04.1886, gest. am 18.08.1944, war von 1925 – 1933 Vorsitzender der KPD, dann Gefangenschaft durch die Nazis. 1943/44 in Bautzen I inhaftiert. Am 14.08. gab Hitler den Hinrichtungsbefehl. Am 17.08. Verlegung ins KZ Buchenwald in der Nacht zum 18.08. Erschießung).

Die Thälmannpioniere trugen ein rotes Halstuch.

Für sie galt jetzt folgendes Gelöbnis:

„Ernst Thälmann ist unser Vorbild. Als Thälmann.Pionier gelobe ich, so zu leben, zu lernen und zu kämpfen, wie es Ernst Thälmann lehrt, getreu unserem Gruß bin ich: Für Frieden und Sozialismus immer bereit!“

Die Mitgliedschaft in die Pionierorganisation erfolgte immer am 13. Dezember, da an diesem Tag der Pioniergeburtstag gefeiert wurde. Um die Aufnahme kümmerten sich die Schulen.

Für besondere Anlässe zogen die Pioniere folgendes an:

-       dunkelblaues Käppi / Schiffchen

-       weißes Hemd bzw. weiße Bluse mit Jungpionierzeichen auf den linken Ärmel.

-       Blaues bzw. rotes Halstuch

-       Dunkelblaue Hose bzw. dunkelblauer Rock

 

Neben den morgendlichen Fahnenappellen waren die Jungpioniere auch so gut organisiert.

So gab es Pioniernachmittage und organisierte Ferienlager.

Die Klassen wurden durchorganisiert, so waren alle Jungpionier-Mitglieder in einer Klasse eine Pioniergruppe. Sie wählten einen Gruppenrat, der sich wie folgt zusammensetzte:

-       Gruppenratsvorsitzender (eine Art Klassensprecher) arbeitete mit Lehrern und Gruppenpionierleiter ( Lehrer oder FDJler) zusammen und machte morgens Meldung wenn die erste Unterrichtsstunde anfing.

-       Stellvertretender Gruppenratsvorsitzender

-       Schriftführer

-       Kassierer

-       Agitator für politische Vorträge

-       Freundschaftsratsmitglieds

 

Das Freundschaftratsmitglied wurde für zwei Jahre von der Pioniergruppe gewählt. Jede Pioniergruppe entsandte ein Mitglied in das Leitungsgremium aller Jung- und Thälmannpioniere. Alle Vertreter wählten einen Freundschftsratvorsitzenden.

Die Sitzung des Freundschaftrats wurde von einem hauptamtlichen FDJ-Funktionär als Freundschftspionierleiter teil. Der FDJler war mit stimmberechtigt und hatte im Rahmen seiner Schulung auch eine pädagogische Ausbildung.

Die bekanntesten Vorsitzenden der Pionierorganisation waren:

-       1949 – 1955 Margot Honecker, die Frau des späteren Partei- und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Frau Honecker bekleidete bis zum Fall der Mauer das Amt  als Ministerin für Volksbildung.

-       vom 08.02. 1971 bis 09.01.1974 Egon Krenz, der nach der friedlichen Revolution in der DDR das Amt von Erich Honecker übernahm.

 

Die Pioniere hatten aber auch Losung und  Gruß der wie folgt war:

„ Für  Frieden und Sozialismus: Seid bereit“ – Die Antwort: Immer bereit“ Meist wurde aber die abgekürzte Version: Seid bereit- Immer bereit verwendet.

Es gab aber auch das „Pionierehrenwort“

 

Die Kinder waren so in die Pionierorganisation eingebunden, dass es sogar diverse Presseartikel für die Pioniere gab.

So gab es:

-       Frösi

-       Trommel

-       Atze

-       Die ABC-Zeitung

Und Bummi, die es immer noch gibt.

 

Natürlich gab es auch für die Pioniere auch die Pionierlieder, die zu verschiedenen Anlässen gesungen wurden.



 


Die Freie Deutsche Jugend = FDJ

Die FDJ war die Jugendorganisation der SED. Wer später Mitglied in der SED werden wollte und sich die Option auf einen Studienplatz sichern wollte kam an der FDJ gar nicht vorbei. Dabei war die FDJ keine Erfindung des SED Staats DDR. Erfunden wurde die Freie Jugend bereits Ende des 19.Jahrhunderts. Das Ziel war es Menschen auf der ganzen Welt zu vereinen und dadurch Treffen und Ideologien und Gedanken auszutauschen. Was die meisten nicht wissen ist, dass selbst Erich Honecker Mitglied in der Freien Jugend war bevor er der Kommunistischen Partei beitrat. Erich Honecker war auch der erste Sekretär der Freien Deutschen Jugend in der DDR. Sein Nachfolger war Egon Krenz. Beide waren später Staats- und Parteichefs der DDR.

Symbol der FDJ war die aufgehende Sonne. Für jeden FDJler war es Pflicht das blaue FDJ Hemd zu tragen. So wurde es in der Schule und zu verschiedenen Anlässen getragen. Die FDJ veranstaltet neben Disco-Abenden auch Kultur-Programme und Ferienlager bzw. Arbeitseinsätze. So halfen Mitglieder Der FDJ bei dem Bau verschiedener Erdagastrassen oder auch Erdgastrassen der Freundschaft genannt. Die Parteiführung und der Vorsitzende Sekretär der FDJ feierten im heimischen Ost-Berlin ihre Jugend und die tollen Ergebnisse im Sollplan.

Die Führung der FDJ verstand es die Jugend an sich zu binden, sei es freiwillig bzw. missmutig. Bei jeder Jahresfeier  der DDR konnte sich die Parteiführung auf ihren Nachwuchs verlassen, der auf Kommando Jubeln und Winken konnte.

 Natürlich war in der FDJ auch die Wehrerziehung groß geschrieben. So gab es auch hier die militärische Ausbildung. Die Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes stand an erster Stelle. Durch diese ganzen Konzepte konnte die SED Führung sicher sein neue Linientreue Genossen in verschiedene Positionen des Systems einflechten zu können. So konnte man bei verschiedenen Aktivitäten den einen oder anderen für die Karriere bei der NVA oder Stasi ausspähen und gewinnen.

Eine Rechnung die oft aufging.

Zahlreiche Lieder und Konzerte zeigen wie verschworen die FDJ mit ihrem Staat verschmolzen war. Die Lieder des Kampfes und der sozialistischen Zukunft.